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Schema.org für Steuerberater — LocalBusiness-Leitfaden

Schema.org gibt es seit 2011. Es wird von rund 35 Prozent aller deutschen Websites eingesetzt — bei Steuerkanzleien nach unserer Einschätzung unter 10 Prozent. Wer das schließt, gewinnt Sichtbarkeit im Google-Map-Pack ohne einen Cent Werbe-Budget. Dieser Leitfaden zeigt, welche Typen für eine Kanzlei zählen, welche Properties Pflicht sind und wie ein vollständiges JSON-LD-Markup aussieht. Mit fünf direkt nutzbaren Code-Beispielen und konkretem Validation-Workflow.

18 Min Lesezeitvon Alexander MockSichtbarkeit & Akquise

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

Warum Steuerkanzleien Schema.org bisher übersehen — und was Google daraus macht

Schema.org ist seit 2011 ein gemeinsamer Vokabel-Standard von Google, Microsoft Bing, Yahoo und Yandex. Wer ihn nutzt, liefert den Suchmaschinen statt freiem Fließtext eine maschinenlesbare Tabelle: „Hier steht eine Adresse, hier eine Öffnungszeit, hier ein Berufsträger, hier eine FAQ-Antwort." Die offizielle Vokabel-Liste pflegt die schema.org-Community, die technische Aufbereitung für Google ist in den Google Search Central Docs zu Structured Data dokumentiert.

Bei Steuerkanzleien ist die Adoption gering. Das hat zwei Gründe: Erstens gibt es keinen berufsrechtlichen Rundbrief, der das Thema einordnet. Zweitens sind die meisten Kanzlei-Websites auf WordPress-Themes oder DATEV-SmartLoesung gebaut — beide liefern entweder gar kein oder ein generisches Organization-Markup, das für eine Steuerberatungs-Kanzlei zu unspezifisch ist.

Das ist nicht Ihre Schuld als Inhaberin oder Inhaber. Aber es ist ein konkreter Hebel: Google nutzt strukturierte Daten seit 2015 als zusätzliches Signal für lokale Suchergebnisse und für den Knowledge Graph. Seit dem Rollout der AI Overviews (Google I/O 2024) gewinnt das Markup weiter an Gewicht — Generative-AI-Antworten zitieren nachweislich häufiger Quellen, die maschinenlesbar strukturiert sind. Das ist nicht magisch, sondern eine Frage von Wahrscheinlichkeit: Eine Kanzlei mit präzisem LegalService-Schema und vollständigen OpeningHoursSpecification-Einträgen wird bei der Suche „Steuerberater Forchheim Öffnungszeiten" eher als belastbare Quelle herangezogen als eine Site mit reinem Fließtext.

Was Google konkret daraus rendert:

  • Knowledge-Panel rechts bei der Suche nach Ihrem Kanzlei-Namen (Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Karte).
  • Map-Pack-Eintrag bei der Suche nach „Steuerberater + Stadt" — die drei lokalen Ergebnisse über den organischen Treffern.
  • Aufklappbare FAQ-Liste unter dem Suchergebnis, wenn die Site FAQPage-Markup ausspielt.
  • Brotkrumen-Navigation statt nackter URL im Snippet.
  • Personen-Box für Berufsträger mit Foto, Position und Berufsbezeichnung — wenn Person-Schema mit worksFor korrekt verknüpft ist.

Ohne Markup zeigt Google den blauen Titel und zwei Zeilen Beschreibung. Mit Markup steht da deutlich mehr — und das ist sichtbar in den Klick-Raten messbar.

Welcher Typ passt: LocalBusiness vs. ProfessionalService vs. LegalService vs. AccountingService

Bevor wir Code schreiben, müssen wir die Typ-Frage klären. Die schema.org-Hierarchie ist verzweigt, und die Wahl des falschen Typs hat zwei Folgen: Erstens versteht Google die Site weniger gut, zweitens lehnen die Rich-Results-Tools bestimmte Eigenschaften ab.

Die relevante Hierarchie:

Thing
 └─ Organization
     └─ LocalBusiness
         └─ ProfessionalService
             ├─ LegalService
             ├─ AccountingService
             └─ FinancialService

Für eine deutsche Steuerkanzlei ist die saubere Wahl LegalService — und das aus drei Gründen:

  1. Berufsrechtlicher Kontext. Der Steuerberater übt eine rechtsberatende Tätigkeit aus, die in § 3 StBerG geregelt ist. Die Kanzlei berät, vertritt und reicht ein — das passt zu LegalService näher als zu AccountingService (das in der schema.org-Definition stark auf Buchhaltung und Bilanzierung verengt ist).
  2. Google-Verständnis. Die Google-Search-Central-Dokumentation listet LegalService als anerkannten Untertyp mit voller Rich-Results-Unterstützung. AccountingService funktioniert ebenfalls, deckt aber das Beratungs-Spektrum nicht ab.
  3. Mehrfach-Typ-Markierung möglich. Schema.org erlaubt mit einem Array auch eine Kombination wie "@type": ["LegalService", "AccountingService"]. Das ist die ehrlichste Darstellung für eine Kanzlei, die beide Felder abdeckt — und Google akzeptiert es ausdrücklich (siehe Google Multi-Type-Doku).

Wir empfehlen seit 2024 die Kombination — sie zwingt zu keiner Festlegung und nimmt Google die Interpretations-Arbeit ab.

Hinweis:

LegalService ist ein Untertyp von ProfessionalService, der wiederum ein Untertyp von LocalBusiness ist. Wer LegalService einsetzt, erbt automatisch alle Properties der übergeordneten Typen — openingHoursSpecification, priceRange, address, geo sind also nutzbar, ohne dass mehrere Typen kombiniert werden müssen.

Das vollständige LocalBusiness-Markup für eine Steuerkanzlei

Das folgende JSON-LD ist die Vorlage, die wir bei jeder Kanzlei-Site einsetzen, die wir gebaut haben. Jeder Eintrag ist erklärt — und Sie können ihn direkt in den <head>-Bereich Ihrer Website kopieren und anpassen.

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": ["LegalService", "AccountingService"],
  "@id": "https://www.kanzlei-mustermann.de/#organization",
  "name": "Kanzlei Mustermann Steuerberatungsgesellschaft mbH",
  "alternateName": "Steuerberatung Mustermann",
  "url": "https://www.kanzlei-mustermann.de",
  "logo": "https://www.kanzlei-mustermann.de/logo.png",
  "image": "https://www.kanzlei-mustermann.de/og-image.jpg",
  "description": "Steuerberatung für Unternehmer, GmbHs und Heilberufe in Forchheim und Oberfranken. Drei Berufsträger, sechs Mitarbeitende, seit 1987.",
  "telephone": "+49-9191-123456",
  "email": "kontakt@kanzlei-mustermann.de",
  "priceRange": "€€",
  "currenciesAccepted": "EUR",
  "paymentAccepted": "Überweisung, SEPA-Lastschrift",
  "address": {
    "@type": "PostalAddress",
    "streetAddress": "Hauptstraße 12",
    "postalCode": "91301",
    "addressLocality": "Forchheim",
    "addressRegion": "BY",
    "addressCountry": "DE"
  },
  "geo": {
    "@type": "GeoCoordinates",
    "latitude": 49.7195,
    "longitude": 11.0589
  },
  "areaServed": [
    { "@type": "City", "name": "Forchheim" },
    { "@type": "City", "name": "Erlangen" },
    { "@type": "City", "name": "Bamberg" },
    { "@type": "AdministrativeArea", "name": "Oberfranken" }
  ],
  "knowsAbout": [
    "Steuerberatung",
    "Jahresabschluss nach HGB",
    "Umsatzsteuer-Voranmeldung",
    "Lohnbuchhaltung",
    "Existenzgründungs-Beratung",
    "Praxisübernahme Heilberufe",
    "Erbschaft- und Schenkungsteuer"
  ],
  "sameAs": [
    "https://www.linkedin.com/company/kanzlei-mustermann",
    "https://www.xing.com/companies/kanzlei-mustermann",
    "https://g.page/kanzlei-mustermann"
  ]
}
</script>

Drei Hinweise zum Inhalt:

  • @id ist Pflicht für die Verknüpfung. Der Wert https://www.kanzlei-mustermann.de/#organization ist ein eindeutiger Anker. Andere Schemas auf derselben Site (Person, Service, BreadcrumbList) referenzieren über diese ID auf die Organisation. Ohne @id versteht Google die Beziehung zwischen Berufsträger und Kanzlei schlechter.
  • priceRange ist Pflichtfeld für LocalBusiness. Google akzeptiert bis €€€€ oder konkrete Spannen wie "150-2500". Wer hier nichts einträgt, bekommt im Rich-Results-Test eine Warnung. Für Steuerberatung empfehlen wir €€ als realistische Selbsteinordnung.
  • knowsAbout ist ein freies Array und liefert Google das Themen-Spektrum. Hier nicht 30 Begriffe stapeln, sondern die fünf bis acht tatsächlichen Schwerpunkte nennen.

Öffnungszeiten korrekt — OpeningHoursSpecification und die häufigsten Fehler

Die Öffnungszeiten sind das Feld, an dem die meisten Kanzlei-Websites scheitern. Üblich ist eine Angabe als Fließtext im Footer — Google versteht das nicht zuverlässig. Schema.org bietet dafür den präzisen Typ OpeningHoursSpecification, der pro Wochentag oder Wochentags-Block einen Zeitraum aufnimmt.

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "LegalService",
  "@id": "https://www.kanzlei-mustermann.de/#organization",
  "openingHoursSpecification": [
    {
      "@type": "OpeningHoursSpecification",
      "dayOfWeek": ["Monday", "Tuesday", "Wednesday", "Thursday"],
      "opens": "08:00",
      "closes": "17:00"
    },
    {
      "@type": "OpeningHoursSpecification",
      "dayOfWeek": "Friday",
      "opens": "08:00",
      "closes": "13:00"
    }
  ],
  "specialOpeningHoursSpecification": [
    {
      "@type": "OpeningHoursSpecification",
      "validFrom": "2026-12-23",
      "validThrough": "2027-01-06",
      "opens": "00:00",
      "closes": "00:00",
      "description": "Betriebsferien Weihnachten 2026"
    }
  ]
}
</script>

Die drei häufigsten Fehler aus unseren Audits:

  1. opens/closes als 12-Stunden-Format mit AM/PM. Falsch. Schema.org erwartet ISO-8601 — also "14:30", nicht "2:30 PM".
  2. dayOfWeek als deutsche Klein-Schreibung. Falsch. Akzeptiert sind ausschließlich die englischen Tag-URLs (Monday, Tuesday, …) oder die voll-qualifizierten URIs https://schema.org/Monday.
  3. Betriebsferien als Fließtext im Footer statt als specialOpeningHoursSpecification. Folge: Google zeigt während der Ferien-Wochen weiterhin „geöffnet" im Knowledge-Panel. Das ist für Mandanten irritierend und für die Klick-Rate schlecht. Der Trick mit "opens": "00:00", "closes": "00:00" markiert den Tag explizit als geschlossen.

Achtung:

Wer im JSON-LD andere Öffnungszeiten angibt als im sichtbaren HTML auf der Seite, riskiert eine Abstrafung wegen „Cloaking" durch Google. Die Search-Quality-Guidelines vom 5. Oktober 2023 stufen das als Verstoß gegen die Spam-Policies ein — Folge ist im schlimmsten Fall der Komplett-Verlust der Rich-Results-Anzeige für die gesamte Domain.

Person-Schema für Berufsträger — die unterschätzte E-E-A-T-Quelle

Google hat seit dem August-2022-Helpful-Content-Update das Konzept E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) zur zentralen Bewertungs-Linie für Beratungs-Inhalte gemacht. Für eine Steuerkanzlei heißt das konkret: Die Autorschaft eines Artikels, die Berufsbezeichnung der Berufsträger und die Verknüpfung zwischen Person und Kanzlei sind Ranking-Signale.

Das umsetzbare Markup für eine Berufsträgerin:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Person",
  "@id": "https://www.kanzlei-mustermann.de/team/anna-mustermann#person",
  "name": "Anna Mustermann",
  "givenName": "Anna",
  "familyName": "Mustermann",
  "jobTitle": "Steuerberaterin",
  "honorificPrefix": "Dipl.-Kffr.",
  "image": "https://www.kanzlei-mustermann.de/team/anna-mustermann.jpg",
  "url": "https://www.kanzlei-mustermann.de/team/anna-mustermann",
  "description": "Steuerberaterin, Schwerpunkt Heilberufe und Praxisübernahmen. Seit 2018 in der Kanzlei.",
  "knowsAbout": [
    "Praxisübernahme Zahnarzt",
    "Heilberufe-Steuerrecht",
    "Erbschaftsteuer bei Einzelpraxen"
  ],
  "alumniOf": {
    "@type": "EducationalOrganization",
    "name": "Otto-Friedrich-Universität Bamberg"
  },
  "memberOf": {
    "@type": "Organization",
    "name": "Steuerberaterkammer Nürnberg"
  },
  "worksFor": {
    "@id": "https://www.kanzlei-mustermann.de/#organization"
  }
}
</script>

Drei Anmerkungen:

  • Berufsbezeichnung Steuerberater ist geschützt nach § 43 StBerG. Nur wer die Bestellung der zuständigen Steuerberaterkammer hat, darf den Titel führen. Im Schema einzutragen ist diese Bezeichnung deshalb gleichzeitig eine Belegfunktion — Google verwendet sie für die Knowledge-Graph-Verifikation und im Personen-Karussell.
  • memberOf mit der Steuerberaterkammer schafft eine Vertrauens-Verknüpfung zu einer offiziellen Berufsvertretung. Bayerische Kanzleien verlinken hier die Steuerberaterkammer Nürnberg oder München, je nach Bezirk.
  • worksFor via @id-Referenz spart Code-Wiederholung und schafft die Beziehung zwischen Person und Organisation — die Voraussetzung dafür, dass das Berufsträger-Foto im Knowledge-Panel der Kanzlei auftauchen kann.

Beispiel:

Der jobTitle-Wert „Steuerberater" ist nach § 43 StBerG eine geschützte Berufsbezeichnung — nur Personen mit Bestellung durch die Steuerberaterkammer dürfen ihn führen. Wer im Schema "jobTitle": "Steuerexperte" oder „Tax-Consultant" einträgt, signalisiert Google, dass es sich nicht um eine offiziell bestellte Berufsträgerin handelt. Die korrekte Bezeichnung ist also nicht nur berufsrechtlich, sondern auch SEO-relevant.

Service-Schema — Tätigkeitsfelder einzeln markieren

Eine Steuerkanzlei macht mehr als „Steuerberatung" — sie bilanziert, erstellt Lohnabrechnungen, prüft Existenzgründungen, vertritt vor dem Finanzamt. Wer diese Tätigkeiten als einzelne Service-Objekte markiert, gibt Google ein deutlich klareres Bild der Schwerpunkte.

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "Service",
  "serviceType": "Existenzgründungs-Beratung",
  "name": "Existenzgründungs-Beratung für Freiberufler und GmbHs",
  "description": "Rechtsform-Wahl, Steuerlast-Prognose für drei Jahre, Gewerbe-Anmeldung, Aufbau der Buchhaltung. Erstgespräch 60 Minuten.",
  "provider": {
    "@id": "https://www.kanzlei-mustermann.de/#organization"
  },
  "areaServed": [
    { "@type": "City", "name": "Forchheim" },
    { "@type": "City", "name": "Erlangen" }
  ],
  "audience": {
    "@type": "BusinessAudience",
    "audienceType": "Existenzgründer, Freiberufler, junge GmbH-Geschäftsführer"
  },
  "offers": {
    "@type": "Offer",
    "price": "150",
    "priceCurrency": "EUR",
    "description": "Erstgespräch 60 Minuten, wird bei Mandatierung auf die Gründungs-Beratung angerechnet."
  }
}
</script>

Ein Hinweis zum Preis: Die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) regelt die Gebühren-Rahmen für die meisten Tätigkeiten verbindlich. Konkrete Festpreise außerhalb der StBVV (wie das Erstgespräch in unserem Beispiel) sind zulässig, weil das Erstgespräch berufsrechtlich keine vergütungspflichtige Leistung im engeren Sinn ist — sehen Sie die Diskussion in den BStBK-Hinweisen zur StBVV-Anwendung 2024. Wir empfehlen, für Service-Schemas mit offers nur dort einen Preis einzutragen, wo Sie ihn auch sonst öffentlich nennen.

FAQPage-Markup — wenn es heute noch lohnt

Lange Zeit war FAQPage die einfachste Möglichkeit, ein dickes Snippet bei Google zu bekommen: Die aufklappbare Q&A-Liste direkt unter dem Suchergebnis vergrößerte das Treffer-Gebiet sichtbar. Im August 2023 hat Google die Sichtbarkeit drastisch reduziert — seitdem werden FAQPage-Rich-Results nur noch für „autoritative Regierungs- und Gesundheits-Websites" angezeigt (siehe Google-Ankündigung vom 8. August 2023).

Lohnt sich das Markup für eine Steuerkanzlei dann noch? Nach unserer Einschätzung ja — aus zwei Gründen:

  1. AI Overviews und SGE. Die Google-Generative-AI-Antworten nutzen FAQ-Markup nachweislich als Quelle für die Antwort-Synthese. Wer dort als Zitat-Quelle auftaucht, gewinnt Reichweite, auch wenn das klassische Rich Result nicht mehr angezeigt wird.
  2. Bing und andere Suchmaschinen. Microsoft Bing zeigt FAQ-Rich-Results unverändert an, ebenso DuckDuckGo (das im Hintergrund auf Bing-Index läuft).

Das saubere Markup:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "FAQPage",
  "mainEntity": [
    {
      "@type": "Question",
      "name": "Wann lohnt sich der Wechsel zu einem Steuerberater?",
      "acceptedAnswer": {
        "@type": "Answer",
        "text": "Ab einer GmbH-Gründung oder einem Jahresumsatz über 600.000 Euro ist ein Steuerberater Pflicht — Sie dürfen Bilanz und KSt-Erklärung nicht selbst einreichen. Unterhalb dieser Schwellen lohnt sich der Wechsel sobald die Buchhaltung mehr als zwei Stunden pro Monat kostet."
      }
    },
    {
      "@type": "Question",
      "name": "Was kostet eine Steuerberatung?",
      "acceptedAnswer": {
        "@type": "Answer",
        "text": "Die Gebühren richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Bei einer GmbH mit 500.000 Euro Jahresumsatz rechnen Sie mit rund 4.500 bis 6.500 Euro netto pro Jahr für laufende Buchhaltung und Jahresabschluss. Das Erstgespräch kostet 150 Euro netto und wird bei Mandatierung angerechnet."
      }
    },
    {
      "@type": "Question",
      "name": "Arbeiten Sie mit DATEV?",
      "acceptedAnswer": {
        "@type": "Answer",
        "text": "Ja. Wir nutzen DATEV Unternehmen Online für die Beleg-Übergabe und arbeiten mit allen DATEV-Modulen für Buchhaltung, Lohn und Jahresabschluss. Wenn Sie heute mit lexoffice oder sevdesk arbeiten, übernehmen wir den Datenexport beim Wechsel."
      }
    }
  ]
}
</script>

Wichtig: Die Antwort-Texte im text-Feld müssen identisch zu den Antworten sein, die sichtbar auf der Seite stehen. Google straft FAQ-Markups ab, deren Antworten nur im Schema, nicht aber im sichtbaren HTML vorhanden sind — das wird in den Google-Search-Quality-Guidelines als „Cloaking" gewertet.

Validation-Workflow — wie wir bei FA² jedes Markup absichern

JSON-LD wirkt erst dann, wenn Google es fehlerfrei parsen kann. Ein vergessenes Komma, ein falscher Property-Name, ein nicht-existenter Typ — und das gesamte Schema-Objekt wird ignoriert. Wir prüfen jedes Markup in drei Stufen.

Stufe 1: Syntax-Validierung mit dem schema.org-Validator

Der schema.org-Validator ist die strengste Prüfung. Er kennt jede Property, jeden Typ und jede Hierarchie-Beziehung. Wenn dort ein Fehler steht, ist das Markup objektiv falsch — unabhängig davon, was Google daraus macht.

Beispiel-Fehler, die häufig auftauchen:

  • „Property 'openingHours' is not in the domain of LegalService." — alte Property aus dem 2014-Standard. Korrekt ist heute openingHoursSpecification mit einem Objekt-Array.
  • „Field 'addressRegion' should be a valid ISO 3166-2 code." — Bayern heißt im ISO-Code BY, nicht „Bayern".
  • „'@type' value 'SteuerberatungsService' is not a known schema.org type." — Selbst-erfundene Typen werden ignoriert. Nur die offizielle Liste zählt.

Stufe 2: Google Rich Results Test

Der Google Rich Results Test zeigt, was Google konkret aus dem Markup macht. Er ist toleranter als der schema.org-Validator (er ignoriert manche Felder, die schema.org rügt), aber dafür näher an der tatsächlichen Such-Realität. Hier sehen wir, ob das Snippet im Knowledge-Panel oder im Map-Pack auftaucht.

Das Tool meldet zwei Kategorien:

  • Fehler (rot) — das Snippet wird nicht angezeigt. Pflicht-Felder fehlen oder sind ungültig.
  • Warnungen (gelb) — das Snippet wird angezeigt, aber unvollständig. Empfohlene Felder fehlen.

Wir behandeln Warnungen wie Fehler — solange ein Mandanten-Foto, eine Telefon-Nummer oder eine Bewertungs-Zahl fehlt, ist das Snippet visuell zweitklassig.

Stufe 3: Google Search Console — „Verbesserungen"

Die Google Search Console zeigt unter „Verbesserungen" jede Schema-Typ-Klasse, die Google auf der Site erkannt hat. Hier sehen wir, ob unser Markup nicht nur theoretisch valide ist, sondern auch in der Echt-Welt von Googles Crawler erkannt wird. Häufiger Stolperstein: Das Markup ist im Quelltext der Seite vorhanden, wird aber von einem Cookie-Banner oder einer Lazy-Loading-Bibliothek erst nach JavaScript-Ausführung eingespielt — und der Crawler sieht es nicht.

Wir empfehlen, das JSON-LD im server-gerenderten HTML auszuliefern (in Next.js heißt das: im <head> über Server-Components, nicht über Client-side-useEffect). Dann ist das Markup ohne JavaScript-Last sofort sichtbar.

Wie wir das auf fahoch2.de und unseren Stadt-Landing-Pages einsetzen

Auf fahoch2.de selbst kombinieren wir das LegalService-Markup der Kanzlei (FA² GbR, Reuther Straße 25, Forchheim) mit einer Person-Verknüpfung für die beiden Gesellschafter und einem Service-Eintrag pro Paket-Stufe (Diagnose, Hebel-Audit, Mandanten-Boost). Auf den Stadt-Landing-Pages für Forchheim, Erlangen und Bamberg ist LocalBusiness mit areaServed auf die jeweilige Stadt zugespitzt, ohne dass mehrere Standorte vorgegaukelt werden.

Drei konkrete Konsequenzen unserer Setup-Entscheidungen:

  • Ein einziger zentraler @id für die GbR. Alle anderen Schemas (Person, Service, Article, FAQPage) referenzieren auf diese ID. Das ergibt für Google ein konsistentes Bild: eine Kanzlei, drei Standort-Schwerpunkte, zwei Berufsträger, mehrere Service-Pakete.
  • JSON-LD im Server-Rendering. Der gesamte Schema-Block wird in der layout.tsx der Next.js-App generiert und ist im ersten HTML-Response enthalten. Kein Cookie-Banner, kein Consent-Wall, kein nachträgliches Injektieren — der Crawler sieht es sofort.
  • Voice-Linter-Kompatibilität. Unsere Schema-Texte (Description, jobTitle, knowsAbout) durchlaufen denselben Voice-Linter wie die sichtbaren Inhalte. Marketing-Floskeln wären für Google ebenso wenig hilfreich wie für Mandanten.

Häufige Fehler und wie wir sie vermeiden

Aus rund 40 Kanzlei-Website-Audits, die wir seit Anfang 2025 durchgeführt haben, sind drei Fehler-Muster wiederkehrend:

  1. Zwei oder drei konkurrierende Organization-Markups auf derselben Seite. Ursache ist meist ein WordPress-SEO-Plugin (Yoast, RankMath), das parallel zu einem manuellen JSON-LD-Block ein eigenes Schema generiert. Folge: Google nimmt eines von beiden — und es ist nicht garantiert das mit den vollständigen Daten. Lösung: Im Plugin abschalten und stattdessen einen sauberen, eigenen Block einbauen.
  2. sameAs mit toten oder falsch geschriebenen Profilen. Wir sehen häufig LinkedIn-URLs mit Tippfehlern oder Verweise auf Profile, die seit Jahren nicht mehr existieren. Google nutzt diese URLs für die Identity-Verifikation der Organisation — ein toter Link schwächt das Vertrauens-Signal.
  3. Adress-Felder mit Zeilenumbrüchen statt sauberen Properties. „Hauptstraße 12\n91301 Forchheim" als ein einziger streetAddress-Wert ist syntaktisch zulässig, aber Google extrahiert die Postleitzahl nicht zuverlässig. Wir trennen konsequent in streetAddress, postalCode, addressLocality, addressRegion, addressCountry.

Was Schema.org nicht kann

Strukturierte Daten sind kein Ranking-Hack. Sie verbessern Googles Verständnis der Site und erschließen zusätzliche Snippet-Formate — aber sie ersetzen keinen guten Inhalt. Eine Kanzlei-Website mit perfektem Schema-Markup, aber leerem Inhalt rankt nicht besser als eine ohne Markup. Das hat Google in mehreren öffentlichen Statements (zuletzt John Mueller im Google-Search-Office-Hours-Hangout vom 14. März 2024) bestätigt.

Was Schema.org kann:

  • Die Klick-Rate (CTR) durch Rich-Results-Anzeigen verbessern — typisch um 20 bis 40 Prozent, je nach Snippet-Typ.
  • Die Sichtbarkeit im Map-Pack durch saubere LocalBusiness-Markierung erhöhen.
  • Die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Site als Zitat-Quelle in AI Overviews und generativen Such-Antworten auftaucht.
  • Den Knowledge-Graph-Eintrag der Kanzlei mit korrektem Logo, Bild, Berufsträger-Foto, Öffnungszeiten und Telefonnummer befüllen.

Was Schema.org nicht kann: einen schlechten Text gut machen, eine fehlende Erreichbarkeit ausgleichen oder ein nicht-DSGVO-konformes Cookie-Banner kompensieren. Das Markup ist die Verlängerung guter Inhalte — kein Ersatz.

Praktische Schritte für die nächste Woche

Wenn Sie heute mit einer bestehenden Kanzlei-Website arbeiten, prüfen wir in dieser Reihenfolge:

  1. Den Google Rich Results Test für die Startseite öffnen und die Site-URL eingeben. Im ersten Durchlauf wird ein Großteil der Audit-Mandanten als „Keine strukturierten Daten erkannt" gemeldet — das ist die Ausgangslage.
  2. Das vollständige LegalService-Markup oben (Abschnitt „Das vollständige LocalBusiness-Markup") an die eigene Kanzlei anpassen — Straße, Telefon, Berufsträger-Namen, Steuerberaterkammer.
  3. Das Markup im Quelltext der Startseite einbauen — entweder direkt in den <head> der HTML-Datei, im WordPress-Theme über wp_head-Hook, oder in einer Next.js-App über die layout.tsx.
  4. Den Rich Results Test erneut ausführen — diesmal sollten alle drei Typen (LegalService, Organization, PostalAddress) erkannt werden.
  5. In der Google Search Console nach 7 bis 14 Tagen prüfen, ob das Markup als „erkannte Verbesserung" auftaucht.

Der gesamte Vorgang ist eine technische Übung von 2 bis 4 Stunden — und einer der konkretesten Hebel für lokale Sichtbarkeit, den eine Kanzlei mit eigenen Mitteln zünden kann. Wo die Site-Architektur das nicht hergibt (alte WordPress-Themes ohne wp_head-Hook, statische DATEV-SmartLoesung-Templates), übernehmen wir die Umsetzung im Rahmen des Hebel-Audits.


Quellen


Weiterführend auf fahoch2.de:

  • Warum Steuerkanzlei-Websites ohne Cookie-Banner besser ranken — der technische Unterbau, ohne den das Schema-Markup vom Crawler nicht zuverlässig erkannt wird.
  • Kontakt aufnehmen — wenn Sie das Markup für Ihre Kanzlei einrichten lassen wollen, ohne in die Code-Tiefe einzusteigen.
  • Hebel-Audit buchen — 890 €, 100 % bei Mandatierung anrechenbar. Wir prüfen Ihre Site auf Schema-Vollständigkeit, Cookie-Sauberkeit, Core-Web-Vitals und Berufsrechts-Konformität in einem Durchgang.

Disclaimer: Allgemeine fachliche Information zum Zeitpunkt der Veröffentlichung — keine Rechtsberatung im Einzelfall. Google ändert die Darstellung strukturierter Daten laufend; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Google-Search-Central-Dokumentation.

Erstveröffentlichung
Autor
Alexander Mock
Lesezeit
18 Minuten

Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Dieser Artikel beschreibt steuer-, berufs- oder webrechtliche Grundsystematik zum oben genannten Stand. Er ist nicht mandantenspezifisch und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Anlage-Beratung im Sinne § 2 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG), § 1 Steuerberatungsgesetz (StBerG) oder § 34d/f Gewerbeordnung (GewO). Vor jeder konkreten Entscheidung wenden Sie sich an einen zugelassenen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die jeweils zuständige Behörde.

Zitate aus amtlichen Werken. Gesetzes-Texte, Verwaltungsanweisungen (BMF-Schreiben) und Gerichts-Entscheidungen (BFH, BGH, BVerfG, EuGH) sind nach § 5 Urheberrechtsgesetz gemeinfrei. Zitiert wird jeweils mit Aktenzeichen und Entscheidungs- bzw. Schreibens-Datum. Aktualität der Rechtslage bitte vor Bezugnahme gegen die jeweilige amtliche Veröffentlichung prüfen (gesetze-im-internet.de, bundesfinanzhof.de, bmf.bund.de).

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